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Cingria, Charles-Albert

(* 10. Februar 1883 in Genf; † 1. August 1954 ebenda) war ein Schweizer Schriftsteller, der als einer der bedeutendsten Kulturkritiker der welschen Schweiz hervortrat.

Die Familie von Charles-Albert Cingrias Vater stammte aus Ragusa (heute Dubrovnik) und lebte in Konstantinopel, seine Mutter war polnisch-französischer Abstammung. Sein älterer Bruder Alexandre Cingria (1879–1945) war Maler und Glasmaler.

Charles-Albert Cingria besuchte die Gymnasien der Abtei Saint-Maurice und des Klosters Engelberg, ohne jedoch einen Abschluss zu erreichen. Er studierte anschliessend in Genf und in Rom Musik und schloss mit dem Organistendiplom ab. Von 1902 bis 1909 bereiste er die Schweiz, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Afrika und die Türkei.

1915 etablierte sich Cingria in Paris. Der Zweite Weltkrieg zwang ihn, in die Schweiz zurückzukehren, wo er nach Stationen in Lausanne und Genf in Freiburg in einem Dienstbotenzimmer hauste.

Während dieses unfreiwilligen Schweizer Aufenthaltes durchstreifte Cingria die Schweiz mit dem Rad und finanzierte sein Leben mehr schlecht als recht, indem er für verschiedene Organe der lokalen Presse Beiträge schrieb und Vorträge hielt. 1944 kehrte er nach Frankreich zurück. In der Folge lebte er abwechselnd in Paris, der Schweiz und Aix-en-Provence.

1954 wurde Cingria notfallmässig aus der Provence in ein Genfer Spital überführt, wo er am 1. August 1954 starb.

Der Nachlass von Charles-Albert Cingria befindet sich in Lausanne in der Bibliothèque cantonale et universitaire und im Centre de recherches sur les lettres romandes.

Henry Miller schreibt über ihn: "Ich hatte das große Glück, einen ganzen Nachmittag und Abend in Cingrias Gesellschaft zu verbringen. Diese paar kurzen Stunden rechne ich unter die großen Ereignisse meines Lebens."

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