Merkliste
Die Merkliste ist leer.
LoosCecileInes

Loos, Cécile-Ines

*Basel 4.2.1883, †ebd. 21.1.1959, Schriftstellerin. Früh elternlos, wuchs L. in Burgdorf und in einem Armenwaisenhaus bei Bern auf. Nach dem Kindergärtnerinnendiplom lebte sie als Privatlehrerin in der Schweiz und in England, ehe sie nach der unehel. Geburt eines Kindes 1911 in eine tiefe, nie mehr völlig überwundene Lebenskrise geriet. Erst ab 1921, als sie, als Zimmermädchen und später als Sekretärin, wieder in Basel lebte, fand sie allmähl. zu sich selbst zurück und wurde an der Reflexion über ihre Erfahrungen zur Schriftstellerin. Ihr erster Roman, in dem sie ihre Erlebnisse von 1911 bis 1921 auf einen poln.-russ. Schauplatz verpflanzte, hiess »Matka Boska« (poln. »Grosse Mutter«, 1929) und machte sie über Nacht im gesamten dt. Sprachgebiet bekannt. 1931 folgten »Die Rätsel der Turandot«, der Roman einer Tänzerin, in welcher L. wiederum überdeutl. eigene Sehnsüchte und Wünsche personifizierte. Schon ihr drittes Buch, die mehr meditativen als erzähler. »Leisen Leidenschaften« (1934), stiess damals weitgehend auf Unverständnis. In der Folge betätigte sie sich hauptsächl. als Astrologin, und erst 1938/39, nachdem sie als Übersetzerin von Monique Saint-Héliers Roman »Strohreiter« (1939) zu einer neuen, unprätentiösen Erzählweise gefunden hatte, gelang ihr mit »Der Tod und das Püppchen« (Neuausgabe 1983) wieder ein vollgültiges literar. Werk. Die Erzählung, die das Thema der verlorenen Kindheit virtuos mit dem Todesmotiv in Beziehung setzt, steht von den Figuren und Schauplätzen her in lockerer Beziehung zu »Hinter dem Mond« (Zürich 1942, 1983, Frankfurt a.M. 1990), dem Roman eines entsagungsvollen Frauenlebens. Obwohl literar. überzeugend, folgt die Jeanne-d'Arc-Adaption »Jehanne« (1946) zu sehr der als Vorlage benutzten Jeanne-d'Arc-Biographie von Anatole France (1908). Auch der letzte publizierte Roman, »Leute am See« (1951), befriedigt nur noch in einzelnen, allerdings köstl.-humorvollen Szenen. Weit Überzeugenderes schuf L. in kurzen, stimmungsvollen Feuilletons, Skizzen und Erzählungen, die u.a. sichtbar machen, mit wieviel Würde und Jovialität sie das Verkanntsein zu ertragen verstand (gesammelt in »Verzauberte Welt«. Ein C.I.L.-Lesebuch, hg. von C. Linsmayer, 1983). … Lit.: Linsmayer, C.: Nachwort zur Neuausgabe von C.I.L., »Hinter dem Mond«, 1983/90.
(Schweizer Lexikon)

Produkte zum Thema

Teilen

Es werden keine Komponenten zur Einbindung von sozialen Medien angezeigt.
Sollen diese künftig angeboten werden?

Verlauf