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SchwarzenbachAnnemarie

Schwarzenbach, Annemarie

*Zürich 23.5.1908, †Sils Maria (GR) 15.11.1942, Schriftstellerin. Die Tochter eines Seidenindustriellen und Enkelin von General Wille wuchs in grossbürgerl. Umgebung in Zürich und auf Gut Bocken (bei Horgen) auf. Ab 1927 studierte sie in Zürich und Paris Geschichte und Literatur (Promotion 1931). Sie war Mitverfasserin eines Reiseführers (»Was nicht im Baedeker steht. Das Buch von der Schweiz«, 2 Bde., 1932/33), danach freie Journalistin, Photographin und Reiseberichterstatterin. Auf zahlr. Reisen (u.a. nach Spanien, Skandinavien, Russland und in den Vorderen Orient) und während längerer Aufenthalte in Persien und in den USA profilierte sie sich als unbestechl. Photoreporterin (»Auf der Schattenseite. Reportagen und Photographien«, hg. von R. Dieterle und R. Perret 1990, Bd. II 1992). Seit 1930 war S. mit Klaus und Erika Mann befreundet, in deren Kreis sie bald zur engagierten Antifaschistin wurde und selbst literar. Texte (»Freunde um Bernhard«, 1931; »Lyr. Novelle«, 1933, nhg. 1988, »Flucht noch oben«, 1931, EA 1999 durch Roger Perret) zu schreiben begann. Allerdings wurde ihre Produktivität stark eingeschränkt durch eine seit 1932 bestehende Drogenabhängigkeit, die häufige Klinikaufenthalte notwendig machte und die sie erst in ihren letzten Lebensmonaten zu bewältigen vermochte. Um sich aus der Abhängigkeit vom Elternhaus zu lösen, heiratete S. 1935 den frz. Diplomaten C. Clarac. Mit ihm hielt sie sich im pers. Lahrtal auf und schrieb dort während einer tiefen seel. Krise »Tod in Persien«, die erste, noch unreife Fassung ihres 1938 in Yverdon vollendeten, durch seine Landschaftsbilder und die lyr.-rhapsod. Sprache beeindruckenden Romans »Das glückl. Tal« (1939; 21987, mit biograph. Nachwort von C. Linsmayer). 1939/40 reiste sie mit Ella _Maillart nach Afghanistan, lebte dann in den USA, wo sie zur Schrifstellerin Carson McCullers in Beziehung trat. 1941 reiste sie in den Kongo, wo sie am Roman »Das Wunder des Baumes« (unveröffentlicht) arbeitete. Nach Sils Maria zurückgekehrt, starb S. an den Folgen eines Fahrradunfalls. … Lit.: Meienberg, N.: Eine lehnt sich auf und stirbt daran, in: Die Welt als Wille und Wahn, Zürich 1987; Perret, R.: Ernst, Würde und Glück des Daseins, in: A.S.: Lyr. Novelle, Basel 1988; Wanner, K./Breslauer, Marianne: »Wo ich mich leichter fühle als anderswo«, A.S. und ihre Zeit in Graubünden, Chur 1997.

(Schweizer Lexikon)

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